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Schwarzer Donnerstag

03.03.2006 / LOKALAUSGABE / HAGEN

Von Volker Bremshey Bürgerschaftliches Engagement wird belohnt. Zumindest, wie bei der Förderung von Schloss Hohenlimburg, von der Landesstiftung NRW. Eine Millionen Euro fließt, um eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Region zu sanieren, das viele Jahre von Politik und Verwaltung vernachlässigt wurde.Nicht belohnt wird dagegen bürgerschaftliches Engagement von den Ratsmitgliedern der Stadt Hagen. So am Donnerstag von den großen Fraktionen CDU und SPD. Die ließen, ausgenommen der Ratsvertreter aus Hohenlimburg, die engagierten Bürger aus dem offenkundig ungeliebten "Stadtteil im Osten" eiskalt abblitzen.Dabei war das Angebot der Bürgerinitiative "Ja zum Kirchenbergbad" mehr als respektabel. Vielleicht sogar einzigartig in der jungen Geschichte ihres Stadtteils? 250 000 wollten die Bürger um Frank Schmidt zusammentragen, um das zu ermöglichen, was Aufgabe der Stadt Hagen gewesen wäre: ein Ganzjahresbad zu schaffen, um Otto-Normal-Verbrauchern, Schülern und Vereinsmitgliedern zu einem finanzierbaren Kurs ein ortsnahes Schwimm-, Sport- und Freizeitangebot zu bieten.Diese Offerte von Hohenlimburger Idealisten abzuschmettern, den Bürgern bei ihrem Kampf um die Rettung "ihres" Bades nicht einmal einen Aufschub von zwei Monaten zu gewähren, ist ein dreistes Stück. Oder deutlicher: eine politische Unverschämtheit!Damit untermauern die hohen Herren und Damen aus dem Rat die Meinung unzähliger Bürger dieser Republik. Warum sollen wir uns engagieren, wenn die Politiker ohnehin nach eigenem Gutdünken entscheiden? Bleiben wir doch lieber auf dem Sofa liegen. Da müssen wir uns nicht ärgern. Es sei denn, die Klinsmann-Bubis kicken.Auch Hohenlimburgs Bürger haben am Donnerstag erfahren, dass das (leider) Realität ist. Zumindest an Volme und Lenne. Sie haben erkennen müssen, dass Einsatzbereitschaft und Idealismus weder anerkannt noch belohnt werden. Zumindest, wenn schwarz-rote Hagener Ratsmitglieder mehrheitlich das letzte Wort haben.Die Gräben zwischen Stadt Hagen und dem Stadtteil Hohenlimburg sind durch diese unfassbare Entscheidung noch tiefer geworden. "Hohenlimburg statt Hagen" hat eine neue Dimension erhalten. Verantworten müssen das nicht die Hohenlimburger Ratsvertreter der großen Fraktionen, die, wie die kleinen Gruppierungen im Rat, glänzend argumentiert haben, um diese vorschnelle Entscheidung zu verhindern. Dafür sollte ihnen Dank und Anerkennung der Hohenlimburger Bürger gewiss sein. Sie haben, ebenso wie Bezirksvorsteher Hermann Hulvershorn, alles versucht. Aber sie haben verloren. Auch das ist ein bitteres Stückchen Demokratie.Es gibt jedoch auch eine Zeit nach dem 2. März 2006 - dem schwarzen Donnerstag für alle Hohenlimburger.Spätestens, wenn die nächste Kommunalwahl ansteht, werden die Hagener Damen und Herren um Wolfgang Röspel und Jochen Weber wieder mit ihren Parteifähnchen freudig in Richtung Schlossberg winken und den Bürgern vorgaukeln, was sie als Politiker in der zurückliegenden Legislaturperiode Großartiges für diesen Stadtteil geleistet haben.Dann wird auch dem senilsten Hohenlimburger einfallen, was die Hagener Rathauspolitik für Wunderdinge vollbracht hat: nämlich ein überlebensfähiges Sport- und Freizeitbad im wahren Sinne des Wortes zu begraben!

Quelle: http://www.westfalenpost.de

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