News / wp WP-25.03.2007 Oberbürgermeister soll Evolutionspark stoppen

Oberbürgermeister soll Evolutionspark stoppen

25.03.2007 / LOKALAUSGABE / HAGEN

Hohenlimburg. (kris) Sie haben gekämpft. In Zeiten ohne Wahlkampf. Für "ihr" Kirchenbergbad. Für den Bürgerentscheid. Und dabei gewonnen. Und doch verloren. "Wir gewannen zwar die Wahl, aber zu wenig gingen wählen", bilanzierte der Ortsvereinsvorsitzende Mark Krippner am Freitag bei der Jahreshauptversammlung in der AWo-Begegnungsstätte im Lennepark.

Am mangelnden Engagement seitens des Hohenlimburger Ortsvereins hat es jedenfalls nicht gelegen. "Wir haben nicht nur Gespräche mit allen Beteiligten geführt, sondern auch den Wahlkampf finanziell gesponsert."

Stolze 2222 Euro sind durch die Ebay-Aktion für den guten Zweck zustande gekommen. "Ohne einen Cent aus der Parteikasse!"

Herbe Kritik übten die Mitglieder der Hohenlimburger SPD hingegen an den Hagener Fraktions-Vorsitzenden Jochen Weber und Wolfgang Röspel. "Die haben das Kirchenbergbad über unsere Köpfe hinweg geschlossen, ohne dass ein Zentralbad gebaut ist. Das ist eine Sauerei."

"Auch die Problematik Koenigsee hat die SPD in der Vergangenheit vorangetrieben, Bürgerversammlungen durchgeführt und den Bach symbolisch angestaut. Politischem Handeln sind aber rechtliche Grenzen gesetzt."

Doch politischem Handeln sind auch finanzielle Grenzen gesetzt. "Es muss gespart werden, konsequent und ohne Tabus", erklärt Ratsherr Siegfried Feste die brisante Finanzlage der Stadt. "Der Kämmerer rechnet im Jahr 2007 mit rund 464 Millionen Euro Einnahmen. Dem stehen Ausgaben von rund 822 Millionen Euro gegenüber. Das ergibt einen Haushaltsfehlbetrag von etwa 358 Millionen. Der jahresbezogene Fehlbetrag für das laufende Jahr beläuft sich auf rund 83 Millionen Euro und wird nach neueren Berichten sogar auf 100 Millionen anwachsen."

Trotzem konnte unter Oberbürgermeister Peter Demnitz 2006 erstmals wieder ein genehmigungsfähiges Haushaltssicherungskonzept vorgelegt werden. "Außerdem konnten wir die Offene Ganztagsgrundschule weiter ausbauen. Millionenbeträge wurden zudem in Schulen und Sportstätten investiert. Großprojekte wie die neue Ischelandhalle, die Bahnhofshinterführung und ein Evolutionspark sind geplant."

Trotzdem: "Die Stadt Hagen lebt dauerhaft über ihre Verhältnisse. Solange Investoren die Kosten tragen, treten keine Probleme auf. Sobald die Stadt Hagen selbst die finanziellen Mittel erbringen muss, werden die Entscheidungen in Zukunft eher in Arnsberg als in Hagen getroffen", beschreibt Siegfried Feste die dramtische Lage. "Nur wenn wir konsequent sparen, können wir in gewissem Maß unsere Handlungsfreiheit erhalten. Anderenfalls wird nach meiner Überzeugung ein Sparkommissar die Geschäftsführung in Hagen übernehmen."

Besonderer Dank gebührte während der Jahreshauptversammlung Horst Eschenbach. "Du hast unseren Bezirksvorsteher mit Bravour vertreten", lobte Mark Krippner. Doch während seines Kassenberichts hatte Horst Eschenbach nicht nur Positives zu berichten. "Unser Ortsverein ist mit derzeit 205 Mitgliedern zwar der größte in Hagen. Aber 95 unserer Mitglieder sind über sechzig Jahre. Wir überaltern und brauchen dringend junge Menschen, die sich politisch engagieren."

Das Interesse der Bevölkerung ist jedenfalls dar. "Unsere neue Internetseite ist bis heute bereits über 6 000 Mal angeklickt worden. Eine super Resonanz", freute sich Mark Krippner und schickte eine Botschaft Richtung Hagener Rathaus: "Die Hohenlimburger sind bereit, ihren Sparbetrag zu leisten, aber es muss klar sein, wofür. Ich fordere den Oberbürgermeister auf, das Projekt Evolutionspark zu stoppen."

Auch Günther Palmsherrn, scheidener Fraktionssprecher in der Bezirksvertretung, kritisierte: "Die Hohenlimburger Bezirksvertretung hat oftmals einfach zu wenig Einflussmöglichkeiten. Häufig wurden in der Vergangenheit Entscheidungen in Hagen gefällt, die wir mittragen mussten. Die Hohenlimburger Bezirksvertretung braucht einfach mehr Entscheidungsfreiheit." Neuer SPD-Sprecher soll Peter Arnusch werden.

Die Hohenlimburger SPD lädt am morgigen Dienstag ab 18 Uhr zu einer Bürgerversammlung mit dem Thema "Umgestaltung der ehemaligen Koenigseefläche" ins FSG-Hoesch-Heim, Unternahmer Straße, ein. Gast ist der Leiter des Hagener Umweltamtes Dr. Ralf-Rainer Braun.

Quelle: http://www.westfalenpost.de

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