News / wp WP-01.03.2006 Hohenlimburg entsetzt: Kirchenbergbad soll für immer geschlossen bleiben

Hohenlimburg entsetzt: Kirchenbergbad soll für immer geschlossen bleiben

01.03.2006 / LOKALAUSGABE / HOHENLIMBURG

Hohenlimburg. Blankes Entsetzen in den Augen der Mitglieder der Initiative "Ja zum Kirchenbergbad", Ratlosigkeit bei Alt-Bürgermeister Wilfried Horn und Unverständnis und Enttäuschung bei Bezirksvorsteher Hermann Hulvershorn und bei CDU-Ratsherr Willi Strüwer.

In einer Nacht-und-Nebelaktion haben die Fraktionsspitzen der beiden großen Fraktionen CDU und SPD für die heutige Ratssitzung ein "Denkmodell" erarbeitet, das vorsieht, das Kirchenbergbad in diesem Jahr nicht mehr zu öffnen. Im Klartext: Das Bad wird für immer geschlossen.

"Diese Variante ist nie beraten worden. Es ist in allen Fachausschüssen und in der großen Bürgerversammlung im Rathaussaal immer gesagt worden, dass das Kirchenbergbad - wie die Freibäder Hestert und Hengstey auch - bis zum Jahr 2009 oder 2010 geöffnet bleibt", grantelte Willi Strüwer, der betont, dass dieser Kahlschlag für Hohenlimburg völlig überraschend kommt. "Ich bin selbst Mitglied des Fraktionsvorstandes." Strüwer hofft jedoch, ebenso wie die Mitglieder der Bürgerinitiative "Ja zum Kirchenberg", dass dieses Denkmodell heute vom Rat nicht verabschiedet wird. "Dagegen gibt es in den beiden großen Fraktionen Widerstand. Das Papier ist eine wackelige Angelegenheit."

Vielmehr setzt er darauf, dass die Abstimmung zu Hohenlimburg "geschoben" wird, um die Ergebnisse der Expertenkommission zum Kirchenbergbad konkret in die Beschlussfassung für den Rat einfließen zu lassen.

Es ist auch nach Einschätzung von Bezirksvorsteher Hermann Hulvershorn ein unglaublicher Affront gegen Hohenlimburg, dass den Bürgern zunächst die Möglichkeit vorgegaukelt wird, sie könnten mit Ideen und Engagement Einfluss nehmen. "Und dann soll mit einem Schnellschuss entschieden werden."

Frank Schmidt, einer der Motoren der Initiative "Ja zum Kirchenbergbad", zeigte sich ebenfalls geschockt. "Die Lage ist sehr ernst. Dieses Papier ist angesichts der Vorarbeit, die von Hohenlimburger Bürgern geleistet worden ist, absolut unverständlich. Da soll am Bürger vorbei gespart werden." Dann setzte er in seinen Kritik in Richtung CDU- und SPD "einen drauf". "Mit dieser Beschlussvorlage wird der Einsatz von Bürgern bestraft. Hier wird derjenige abgestraft, der in seinem Stadtgebiet am eifrigsten Ideen für die Rettung seines Bades gesammelt hat."

Dabei hatte Schmidt, der in den zurückliegenden Tagen unzählige Gespräche geführt hatte, gestern beim Pressegespräch eigentlich etwas Sensationelles verkünden wollen. Doch die Hiobsbotschaft aus Hagen setzte neue Prioritäten.

Schmidts Idee: "Hohenlimburg zahlt die Traglufthalle selbst. Wir können uns gut vorstellen, durch bürgerschaftliches Engagement in zwei Jahren 250 000 Euro zusammenzubekommen."

Doch das ist Makulatur, wenn heute im Rat das sofortige Aus fürs Kirchenbergbad beschlossen wird. Dann gilt es ab Freitag, neue Wege zu beschreiten. Schmidt: "Das könnte ein Bürgerbegehren sein." Aber auch "juristische Mittel" wollte er nicht ausschließen. Deshalb hofft er noch immer darauf, ebenso wie die Mitstreiter vom Verband für Sport, dass das Kirchenbergbad noch eine Chance erhält.

1,2 Millionen Mark soll eine Sanierung des Lennebades kosten. 500 000 Euro stellt Hagenbad anschließend jährlich bereit, damit die Bürger dort schwimmen, die Vereine trainieren und die Schüler Schwimmunterricht erleben können. Gegenwärtig belaufen sich die jährlichen Zuschusskosten fürs Lennebad bei einem Halbjahresbetrieb auf mehr als 900 000 Euro. Deshalb fragte sich gestern Morgen die Hohenlimburger Expertenrunde, wie Hagenbad einen Ganzjahresbetrieb für 500 000 Euro garantieren wolle. Willi Strüwer ahnt Böses: "Das Lennebad wird nur im Winter geöffnet. Dann findet im Sommer in Hohenlimburg in städtischen Bädern kein Schwimmen mehr statt."

Ivo Grünhagen, Geschäftsführer für Hagebad machte gestern deutlich: "Hier geht es um eine politische Entscheidung, die nicht von Hagebad getroffen wird. Wir haben im Vorfeld acht Alternativen berechnet, mit der Expertenrunde in Hohenlimburg zusammengesessen und offenbar alle Fragen beantwortet.

Politische Entscheidung Jetzt ist es eine politische Sache, darüber zu entscheiden, wieviel Geld an welchen Standorten eingesetzt werden soll. Wenn von 500 000 Euro in Hohenlimburg ausgegangen wird, können wir dafür Schul- und Vereinsschwimmen und je nach Kooperationsbereitschaft einen kleinen Anteil für die Öffentlichkeit anbieten."

Von Volker Bremshey

Quelle: http://www.westfalenpost.de

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