News / wr WR-12.03.2006 Wer kann Badschließung erklären?LESERBRIEFE

Wer kann Badschließung erklären?LESERBRIEFE

12.03.2006 / LOKALAUSGABE / HOHENLIMBURG

Betr.: Schließung des Kirchenberg-Bades.

"Politisch Lied" ist "ein garstig Lied", sagt in Goethes "Faust" ein Spießbürger. Dieser Satz scheint momentan das Leitmotiv der öffentlichen Meinung über Politiker jedweder Couleur zu sein. Und Hagens Kommunalpolitiker sorgen kräftig dafür, die Politikverdrossenheit der Bürger an Volme und Lenne noch fundierter werden zu lassen.

Im Politikunterricht oder an der Uni lernen wir, dass Politik ein Sich-Kümmern um die öffentlichen Angelegenheiten, als Gestaltung und Regelung der den Bürgern gemeinsamen Dinge, zu verstehen ist. Das entspricht der Tradition der Griechen, die in ihren Stadtstaaten die polis, das Gemeinwesen, und damit auch die Politik erfunden haben.

Politik bedeutet: Die Fragen, die alle Bürger angehen, sollen gemeinsam öffentlich erörtert und entschieden werden können. Sie soll nicht Privatsache einer herrschenden Gruppe sein. Macht ist dabei ein Mittel von Politik, nicht ihr Inhalt. Dies scheint in Hagen bei einigen Politikern in Vergessenheit geraten zu sein. Vor diesem Hintergrund sollten die Betroffenen sinnvoller weise mal einige Vorlesungen der Politischen Wissenschaft besuchen, bevor sie uns weiter vertreten.

Goethe - oder wer auch immer - würde zu uns Wählern in dieser Situation sagen: "Man bekommt genau de Politiker, die man verdient." Fakt ist: Kein Bürger versteht, warum die Verantwortlichen von HagenBad mit einer Investition aus Steuergeldern, die wir ihnen anvertraut haben, so umgegangen sind, wie es keine Privatperson mit einer Immobilie tun würde. Reißen wir unsere Häuser auch alle nach 30 Jahren ab, weil sie nicht mehr zu reparieren sind? Überhaupt scheint die Halbwertzeit öffentlicher Gebäude an der Volme allgemein nur von sehr begrenzter Dauer zu sein, wenn wir an das Sparkassenhochhaus und das Rathaus denken ... und nun ist eben das Kirchenbergbad dran! Welches Bauwerk wird sich als nächstes in diese Kette einreihen? Man wundert sich, dass das Schloss noch steht! Wie haben die das damals nur geschafft, so solide zu bauen?

Übrigens: Wer sagt denn, dass das geplante Zentralbad nicht auch schon wieder nach 30 Jahren abgerissen werden muss, weil es dann auch marode ist.

Liebe Politiker, aber auch liebe Verantwortliche von HagenBad! Es ist an der Zeit, die Fragen und Wünsche der Bürger ernst zu nehmen und Flagge zu zeigen. Bald haben Sie neben einem wirtschaftlichen Problem und einem PR-Problem zusätzlich nämlich auch noch ein Legitimationsproblem. Wo sind denn die sachlich fundierten Informationen auf Flugblättern oder in bunten Zeitschriften, die uns Bürgern erklären, warum auf einmal ein schmuckes - noch nicht mal 30 Jahre altes Bad - so marode sein soll, dass es abgerissen werden muss und wer dafür verantwortlich ist?

Wo sind die Politiker und HagenBad-Verantwortlichen in unserer Fußgängerzone, die uns Ihre Entscheidung erklären möchten und können? Als PR-Berater könnte ich Ihnen noch eine Menge mehr Vorschläge zur Krisenkommunikation unterbreiten, liebe Politiker und liebe HagenBad-Geschäftsführung. Aber vielleicht war das ja alles nur ein schlechter Scherz, schließlich steht doch auch heute noch auf der HagenBad-Homepage: "Unter den acht modernen Bädern finden Sie Sommer wie Winter die passende Oase." Worüber streiten wir eigentlich?

Gunther Fessen Inhaber PR-KONZEPT.COM PR-Beratung Dieselstraße 4 58119 Hagen

Quelle: http://www.westfaelische-rundschau.de

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