News / wp WP-04.04.2006 Blitz schlägt im Wahrzeichen ein

Blitz schlägt im Wahrzeichen ein

04.04.2006 / LOKALAUSGABE / HAGEN

Hohenlimburg. Für die Bürger unterm Schlossberg kommt es knüppeldick: Nach dem Aus für das Kirchenbergbad schlug gestern am frühen Morgen der Blitz in einen der Wehrtürme von Schloss Hohenlimburg ein. Der Dachstuhl brannte lichterloh. Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei mehr als 100 000 Euro.

Dienstagfrüh, kurz vor halb sechs: Ein Anwohner alarmiert die Feuerwehr. Polizei, freiwillige Feuerwehr und Berufsfeuerwehr rücken aus. "Schloss Hohenlimburg brennt lichterloh", schießt es den Rettungskräften beim Blick auf das Wahrzeichen durch den Kopf. Auf dem Schlossgelände schlagen den Feuerwehrmännern aus dem nordwestlichen Turm der Wehrmauer Flammen entgegen.

Sechs Uhr: Schlossmanagerin Julia Dettmann trifft im dicken Mantel ein. Der Schock steht ihr ins Gesicht geschrieben. "Unten von der Straße sah es so aus, als würde das gesamte Schloss brennen", sagt die Verwalterin. "Da war ich erstmal fertig."

Halb sieben: Alle Zufahrten zum Schloss sind von der Polizei abgesperrt worden. Auf dem Weg zur Arbeit halten einige Anwohner neugierig an, blicken zu den Rauchschwaden auf. Die Presse wird mit Polizeiwagen zum brennenden Schloss hochgefahren. Inzwischen hat die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle. "Das hat problemlos geklappt", sagt Einsatzleiter Eckhard Kühl. Trotzdem sind der Dachstuhl des Turmes sowie Teile der Turmwände durch das Feuer erheblich beschädigt worden. Als Brandursache wird von vornherein ein Blitzeinschlag vermutet.

Sieben Uhr: Julia Dettmann überbringt Schlossherr Maximilian Erbprinz zu Bentheim Tecklenburg per Telefon die Schreckensnachricht. Dieser beruhigt sich schnell, als er erfährt, dass nur der linke Wehrturm betroffen ist und blickt knapp 200 Jahre zurück. Schon einmal schlug 1811 der Blitz in den Bergfried im Schlosshof ein. Der prunkvolle Turm brannte ab und stürzte ein. Die Reste des linken Wehrturms stehen dagegen noch. Mit Äxten hauen einige Feuerwehrleute den Schiefer runter, damit auch die letzten Brandherde unter den darunter liegenden Holzbrettern gelöscht werden können.

Nachmittags: Der Brandsachbearbeiter der Hagener Polizei bestätigt den am Morgen geäußerten Verdacht, dass das Feuer durch einen Blitzeinschlag verursacht wurde. Schlossmanagerin Julia Dettmann hat alle Hände voll zu tun. Die Versicherung ist verständigt, die Handwerker sind abbestellt. "Der abgebrannte Wehrturm sollte im Zuge der Neugestaltung des Wehrgangs restauriert werden", so Dettmann. Die Beseitigung des Schadens werde wohl mehr als 100 000 Euro betragen, vermutet Dettmann nach ersten Schätzungen.

Vom Schaden gibt es im Schlosshof nicht viel zu sehen. Der Brandort ist weiträumig abgesperrt. "Wir sind bemüht, die Museen weiter für unsere Besucher offen zu halten", sagt Dettmann und bittet Schaulustige um Verständnis: "Brandtouristen können wir nicht gebrauchen. Von unten sieht man den Schaden ohnehin besser."

Von Carolin Annemüller

Quelle: http://www.westfalenpost.de

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